
Anfang November wird es früh dunkel. Und dann, an einem Abend rund um Sankt Martin am 11.11., sind sie wieder unterwegs: Kinder mit Papierlaternen, manche liebevoll gebastelt, manche nach dem ersten Windstoß schon ein wenig schief. Vorne reitet ein Mann im roten Mantel, dahinter singen Eltern „Ich geh mit meiner Laterne“ und merken spätestens bei der zweiten Strophe, dass sie den Text nur noch halb kennen. Am Ende warten ein Martinsfeuer, warmer Kinderpunsch und ein Weckmann mit Rosinenaugen. Eine kleine Tradition, die jedes Jahr erstaunlich viel Licht in den grauen Herbst bringt.
Hinter all den Laternen steckt die Geschichte von Sankt Martin. Sie ist über 1.600 Jahre alt und passt trotzdem überraschend gut in unsere Zeit.
Ein halber Mantel, eine ganze Geschichte
Der spätere Sankt Martin war ein junger Soldat im römischen Heer. An einem eiskalten Winterabend begegnete er vor den Toren der Stadt Amiens einem Bettler, der kaum etwas am Leib trug. Geld hatte Martin nicht dabei. Was er hatte, waren sein Schwert und sein Militärmantel. Also nahm er das Schwert, schnitt den Mantel in zwei Hälften und legte eine davon dem frierenden Mann um die Schultern.
Später wurde Martin Bischof von Tours, und der 11. November, der Tag seiner Beisetzung, ist bis heute sein Gedenktag.
Das Schöne an der Legende von Sankt Martin ist ihr Maß. Martin behielt eine Hälfte für sich. Er teilte so, dass es für beide reichte. Keine große Heldentat, eher eine ruhige, kluge Geste: Ich nehme, was ich brauche, und lasse genug für den anderen übrig.
Teilen heißt heute auch: Ressourcen teilen
Überträgt man dieses Bild auf unsere Zeit, dann ist der Mantel die Erde, die wir mit allen teilen, die nach uns kommen. Unsere Kinder mit den Laternen in der Hand gehören genauso dazu wie deren Kinder, die heute noch gar nicht geboren sind.
Die ehrliche Frage lautet: Nehmen wir uns gerade nur unsere Hälfte? Oftmals eher nicht. Viele Einwegprodukte werden wenige Minuten benutzt, und ihre Reste bleiben der Umwelt sehr lange erhalten. Genau deshalb verbietet die EU seit Juli 2021 zahlreiche Einwegartikel aus Kunststoff, darunter auch den klassischen Plastikstrohhalm.
Was wir mit der nächsten Generation teilen, ist ziemlich konkret:
- saubere Böden, Flüsse und Meere
- Rohstoffe, die nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen
- eine Landschaft, in der man im Herbst noch gern spazieren geht
- das gute Gefühl, dass Genuss und Verantwortung zusammenpassen
Was die Gastronomie von Sankt Martin lernen kann
Kaum eine Branche hat so viel mit Teilen zu tun wie die Gastronomie. Man teilt einen Tisch, eine Flasche Wein, eine knusprige Martinsgans mit Rotkohl und Klößen. Gastgeber sein bedeutet im Kern, etwas von sich weiterzugeben.
Gleichzeitig entstehen in Küche und Bar täglich Berge an Verpackungen, Resten und Einwegartikeln. Die gute Nachricht: Oft sind es kleine Entscheidungen, die viel bewirken. Ein paar Anregungen für Ihren Betrieb:
- Einwegartikel durchgehen: Welche Produkte landen nach wenigen Minuten im Müll, und gibt es dafür eine pflanzliche Alternative?
- Lebensmittelreste ernst nehmen: Kleinere Portionen auf Wunsch, Mitnahmeboxen oder Kooperationen mit Initiativen zur Resteverwertung.
- Regional einkaufen: Kürzere Wege sparen Ressourcen und erzählen gleichzeitig eine Geschichte, die Gäste mögen.
- Gäste mitnehmen: Ein Satz auf der Karte, warum Sie etwas anders machen, wirkt oft stärker als jedes Siegel.
Ein kleiner Halm mit einer großen Idee
Auch an der Bar gibt es so eine Entscheidung, die man leicht übersieht: den Trinkhalm. NaturStrohhalme bestehen aus zwei pflanzlichen Zutaten, 57 % Tapiokastärke und 42 % Pfeilwurzelmehl, dazu 1 % natürliche Farbe. Der weiße Halm enthält 57 % Tapiokastärke und 43 % Pfeilwurzelmehl. Mehr über die beiden Wurzeln lesen Sie in unserem Beitrag Tapioka und Pfeilwurz.
Für Ihren Alltag heißt das:
- Vegan (V-Label) und glutenfrei, auch für Gäste, die auf Gluten verzichten
- Geschmacksneutral, der Drink schmeckt so, wie Ihr Barteam ihn gedacht hat
- Bis zu 2 Stunden formstabil in kalten Getränken
- Nach den EU-Vorgaben für Lebensmittelkontakt geprüft
- Ohne Beschichtung, daher keine typische PFAS-Quelle
Und weil das Auge mittrinkt, gibt es die Halme in vier Farben aus echten Zutaten: Weiß (natur), Gelb (Kurkuma), Rot (Rote Bete) und Grün (Pandan). Ein gelber Halm leuchtet im Glas fast wie eine kleine Laterne, ein roter erinnert an den Mantel von Sankt Martin.
Unser meistbestelltes Format in der Gastronomie ist übrigens Ø 8 × 200 mm, ideal für Sours und fruchtbetonte Drinks.
Ihr eigener Martinsabend
Warum nicht Sankt Martin am 11. November zum Anlass nehmen, das Thema Teilen in Ihrem Haus sichtbar zu machen? Ein paar Ideen:
- ein alkoholfreier „Laternen-Spritz“ mit Apfel, Holunder und Zimt, serviert mit gelbem Halm
- ein Herbstcocktail mit Cranberry oder Granatapfel und rotem Halm als kleine Hommage an den Mantel
- ein „Teil-Menü“ für zwei, bei dem ein Teil des Erlöses an eine lokale Initiative geht
- die Martinsgeschichte in drei Sätzen auf der Tageskarte
Solche Gesten zu Sankt Martin kosten wenig und bleiben bei Gästen oft länger hängen als die aufwendigste Deko.
Sankt Martin hat seinen Mantel ein einziges Mal geteilt, wir haben jeden Tag aufs Neue die Gelegenheit dazu.
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